Horst Buchholz...Mein Papa (2005)

Im Leben wie vor der Kamera war Horst Buchholz ein Rebell und das „Enfant terrible” des deutschen Films. Unvergessen sind seine darstellerischen Leistungen in „Die Halbstarken”, Billy Wilders „Eins, zwei, drei” oder in „Das Leben ist schön” von Roberto Benigni. In der Öffentlichkeit zeigte sich „Hotte” im neuen Jahrtausend nur noch selten. Stattdessen war er vermehrt für seinen übermäßigen Alkoholkonsum berüchtigt.

Einsam und zurückgezogen lebte er zuletzt in Berlin. Sehr spät, aber gerade noch rechtzeitig vor seinem plötzlichen Tod am 3. März 2003 beschäftigte sich Christopher Buchholz mit dem Leben seines übergroßen Vaters. In zahlreichen Interviews kommt er einem Mann näher, der viel zu erzählen hat, Zeit seines Lebens aber gerade gegenüber seinen engsten Angehörigen stets reserviert und verschlossen blieb. Doch Christopher Buchholz hat es tatsächlich geschafft, seinen sichtbar gealterten und gebrochenen Vater noch einmal ausgiebig zum Plaudern zu bringen. So erfährt der Zuschauer, wieso Horst Buchholz einst einem engen Toilettenfenster sein Leben verdankte, dass er im Schlaf redete und dass er sich selbst - übertragen auf seinen Status in der Öffentlichkeit - als gute Nutte charakterisierte.

Ein faszinierend familiäres Porträt eines deutschen Weltstars, das natürlich in erster Linie für Christopher Buchholz selbst einen unschätzbaren Erinnerungswert besitzt. Aber auch wir dürfen dankbar sein, dass er uns an diesem intimen Werk teilhaben lässt.
Oliver Zimmermann
(Erstellt für: Bremer)
 
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