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Kammerflimmern (2005)
In seinem schwermütigen Regiedebüt präsentiert Hendrik Hölzemann die deutsche Antwort auf Martin Scorseses Sanitäterdrama „Bringing Out the Dead”, die er mit einer poetischen Liebesgeschichte verknüpft. Herausgekommen ist ein beeindruckend authentischer Film zwischen Rettungsdienst und Romantik.
„Wenn einem im Leben nichts mehr bleibt, kann man nur noch zwei Dinge tun: Einatmen und Ausatmen!” Seit dem Unfalltod seiner Eltern lebt der junge Sanitäter Crash (Matthias Schweighöfer) nach dieser eigenwilligen Maxime. Sein Dasein lässt er trist dahinfließen. Von seinen Mitmenschen und sich selbst erwartet er nichts. Umso erstaunlicher ist es, wie aufopferungsvoll und mitfühlend er mit seinen Patienten umgeht. Als Crash bei einem seiner nächtlichen Einsätze die hochschwangere November (Jessica Schwarz) kennen lernt, wird er erstmals seit vielen Jahren aus seiner emotionalen Lethargie gerissen. Auf wundersame Weise erinnert ihre Erscheinung an jene Frau, die ihn in seinen Träumen allabendlich in die Arme schließt. Zum ersten Mal keimt in Crash das Gefühl auf, dass auch sein eigenes Leben letztendlich einen Sinn hat.
In „Bringing Out the Dead” begleitete Martin Scorsese den amerikanischen Rettungsdienst durch die Nacht. Der Meisterregisseur präsentierte sein Werk als einen berauschend bebilderten Drogentrip. Die deutsche Antwort von Regiedebütant Hendrik Hölzemann fällt fünf Jahre später wesentlich nüchterner aus. Die Tage sind grau, die Nächte düster und die Stimmung deprimierend. Wenn Crash mit seinen abgestumpften Kollegen von Einsatz zu Einsatz hetzt, bleibt wenig Platz für Hoffnung und Romantik. Hölzemann schildert in „Kammerflimmern” einen erschreckend authentisch wirkenden Arbeitsalltag im Rettungsdienst. Doch schon die Ambulanz ist fiktiv. Keine der real existierenden Hilfsorganisationen wollte ihren Namen für den düsteren Filmstoff zur Verfügung stellen. |
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