|
Im Zeichen der Libelle (USA 2002)
In ihrer Ehe war sie das Herz und er das Hirn. Gemeinsam waren Chefarzt Joe Darrow (Kevin Costner) und Gattin Dr. Emily Darrow (Susanna Thompson) ein unschlagbares Team. Doch jetzt ist sie tot. Gestorben während eines humanitären Einsatzes in Venezuela. Für Joe ein herber Verlust, der sein Leben komplett auf den Kopf stellt. Merkwürdige Symbole und mysteriöse Begebenheiten lassen den vormals rational denkenden Mann zunehmend am eigenen Verstand zweifeln. Obwohl alle logischen Indizien dagegen sprechen, glaubt Joe immer stärker, dass Emily noch lebt und versucht, durch die kindlichen Visionen junger Patienten mit ihm in Kontakt zu treten. Um den übernatürlichen Ereignissen endgültig auf den Grund zu gehen, beschließt Joe, seiner Frau an ihren angeblichen Todesort zu folgen...
Wahre Liebe stirbt nie. Um das zu beweisen, leiht sich Regisseur Tom Shadyac in seinem rührseligen Drama ganz offensichtlich Versatzstücke aus "The 6th Sense" aus. Ist halt gerade modern. Halbtote Kinder sehen ganztote Menschen. Wie kein anderer versteht es Kevin Costner in der Hauptrolle, diese Sentimentalitäten bis ins kleinste Detail auszuwalzen. Vom Schmerz über den Tod seiner Frau gegrämt, sitzt er als Dr. Joe Darrow mit verkrampfter Miene am Krankenbett seiner kleinen Patienten, während diese flüsternd und am Tropf hängend über ihre Visionen fabulieren. Das ist weder fesselnd noch ergreifend, sondern einfach nur ermüdend. Zwischen den paranormalen Gesprächen mit den Kindern läuft der Superstar nämlich permanent mit gerunzelter Stirn durchs Bild, ohne dass etwas passiert. Ein wenig mehr Schwung bekommt die übersinnliche Liebesschnulze erst, als der Chefarzt beschließt, seiner verstorbenen Ehefrau nach Venezuela nachzureisen. Dort folgt dann allerdings eine derart schwülstige Wendung, dass nicht wenige Zuschauer leidvoll aufstöhnen werden. Aber immerhin hat Costner diesmal mit seinem Publikum Erbarmen. Normalerweise macht er es nicht unter zwei Stunden. Der Libellenspuk ist schon nach 115 Minuten vorbei. Gott sei Dank.
Oliver Zimmermann
(Erstellt für: www.film.de) |
|||||
| Zurück | |||||