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DDR-Vergangenheit im Kino (2006)
Anne Gollin ist 25, als sie 1982 von der Stasi verhaftet wird, weil sie im engsten Freundeskreis gegen das DDR-Regime agitierte. Ihr einjähriger Sohn wird ihr bei der Festnahme entrissen und ins Heim gesteckt.
Berlin - So wie der jungen Mutter erging es schätzungsweise 250.000 Bürgern der DDR, die aus fragwürdigen politischen Gründen verhaftet wurden. Auch Utz Rachowski sowie Tine und Matthias Storck mussten vor dem Mauerfall ins Gefängnis. Sie alle kamen erst wieder frei, als die Bundesrepublik sie freikaufte.
Das Geschäft mit den politischen Gefangenen war für den Staatsapparat der DDR höchst lukrativ. Unbescholtene Bürger wurden oftmals wegen Nichtigkeiten inhaftiert, nur um sie gegen Geld auslösen und in den Westen abschieben zu können. Viele Familien wurden auf diese Weise zerrissen. Der Dokumentarfilm "Jeder schweigt von etwas Anderem" von Marc Bauder und Dörte Franke greift sich drei dieser Familienschicksale exemplarisch heraus. Selbst 16 Jahre nach der Wende wird deutlich, wie präsent die Ereignisse für alle Betroffenen noch heute sind. Anne, Utz, Tine und Matthias sind vor mehr als 20 Jahren ins Gefängnis gegangen, weil sie nicht schweigen wollten. Heute fällt es ihnen hingegen unheimlich schwer, von ihrer Vergangenheit zu berichten. Zu quälend sind die Erinnerungen. Der Pastor Matthias Storck hat mit seinen Kindern beispielsweise noch nie offenen darüber geredet. Er scheut die Konfrontation genauso wie sein Nachwuchs die Fragen. Dafür hat er seine Erlebnisse immerhin zu Papier bringen können und unter den Buchtiteln "Wege durch Niemands Land" und "Karierte Wolken" veröffentlicht. |
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